Die beiden Langzeitstudien von ARD und ZDF, ARD/ZDF-Massenkommunikation Trends und ARD/ZDF-Onlinestudie, erfassen seit 1964 beziehungsweise 1997 zuverlässig die Entwicklungen in der Mediennutzung in Deutschland. In 2024 wurden beide Studien zusammengeführt und in eine neue Studienmarke überführt – der ARD/ZDF-Medienstudie. Der Anspruch an die neue Studie besteht darin, Datenreihen aus der ARD/ZDF-Onlinestudie und -Massenkommunikation Trends fortzusetzen sowie weiterhin aktuelle Trends in der Mediennutzung zu analysieren.
Insgesamt zeigt sich die Mediennutzung 2026 stabil, insbesondere bei den Reichweiten. Pro Kopf nutzt die Bevölkerung täglich 385 Minuten (ca. 6,5 Stunden) Medien – das sind nur 2 Minuten weniger als im Vorjahr. Die anteiligen Nutzungsdauern weisen eine geringfügige Verschiebung Richtung Video zulasten von Audio auf.
71 Prozent der Bevölkerung sieht mindestens einmal wöchentlich lineares TV, 46 Prozent nutzen Streamingdienste. Dabei verliert das Fernsehen gegenüber dem Vorjahr etwas, die anderen Angebote bleiben weitgehend stabil.
Mehr als die Hälfte der Sehdauer entfällt auf Live-TV, doch die unter 50-Jährigen nutzen überwiegend non-lineare Angebote. Gegenüber 2025 verändert sich die Verteilung der Video-Sehdauer nur geringfügig.
Die ARD-Mediathek erreicht insgesamt 56 Prozent der Bevölkerung und führt bei der Reichweite vor Amazon, ZDF-Streaming und Netflix (je 51 Prozent). Viele Plattformen verlieren oder stagnieren, nur Joyn wächst moderat.
Die Nutzungsfrequenz des Internets „mindestens selten genutzt“ hält sich seit 2020 stabil auf einem Niveau mit positiver Tendenz. 97 Prozent der Gesamtbevölkerung nutzt mindestens selten das Internet – dies entspricht 69 Millionen Personen ab 14 Jahren in Deutschland.
Ein genauerer Blick auf die Soziodemografie der Onlinenutzer zeigt, dass das Internet inzwischen nahezu flächendeckend genutzt wird. Bei den unter 70-Jährigen gehört die Internetnutzung heute weitgehend zum Alltag, während unter den ab 70-Jährigen noch rund 15 Prozent offline sind.
Nachdem die älteren Altersgruppen in den vergangenen Jahren deutliche Zuwächse bei der Internetnutzung verzeichnet hatten, scheint sich die Entwicklung inzwischen auf einem sehr hohen Niveau zu stabilisieren. Die aktuellen Daten zeigen zudem, dass Unterschiede heute weniger bei der grundsätzlichen Internetnutzung liegen, sondern vielmehr bei der Nutzungsintensität und den genutzten Anwendungen.
Die tägliche Nutzung des „medialen Internets“, also z. B. Filme/Videos online anschauen, Musik online hören oder Artikel online lesen, hat sich gegenüber dem Vorjahr auf hohem Niveau stabilisiert und erreicht weiterhin eine Tagesreichweite von 72 Prozent. Die Betrachtung der einzelnen Anwendungsgruppen zeigt die höchste Tagesreichweite mit 55 Prozent bei Bewegtbild im Internet. Nach einem deutlichen Anstieg seit 2023 liegt die Nutzung damit nahezu auf Vorjahresniveau. Audio im Internet verzeichnet mit einer Tagesreichweite von 44 Prozent einen leichten Zuwachs gegenüber dem Vorjahr, während Textangebote im Internet nach zwischenzeitlichen Schwankungen auf 32 Prozent zurückgehen und damit weiterhin die niedrigste Tagesreichweite der drei Mediengattungen aufweisen.
Erhebungsmethode: Zufallsstichprobe nach ADM-Grundlagen, 70 Prozent Telefon-Stichprobe mit Dual-Frame (60:40); 30 Prozent Online-Stichprobe
Fallzahl: N=2.462 (n=1.741 Telefon-Stichprobe, n=721 Online-Stichprobe)
Feldzeit: 27. Januar bis 19. April 2026
Grundgesamtheit: Deutschsprechende Wohnbevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland
Durchführendes Institut: GIM (Wiesbaden)
Auftraggeber: ARD/ZDF-Forschungskommission
Nicole Hein
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